Sei genug

Sei genug

28. August 2020
In etwa wie die melancholisch wirkende Frau auf Ramon Casas i Carbos Gemälde Las horas triste – 1900, Öl auf Leinwand – sieht es aus, wenn Janine ihre Kunst-Kolumne In Kunst denken nutzt, um ein bisschen nachzudenken. Über sich selbst.

 

Ich schaue mich um. Et voilà:

Er hat sein Studium im Nullkommanix durchgezogen und gleich danach bei einem großen Unternehmen angefangen. Als was? Kann ich mir nicht merken, aber die englischen Wörter darin hören sich wichtig an. Und: er ist zwei Jahre jünger als ich.


Sie hat eine wahrhaftige Traumhochzeit gefeiert. Mit ihrem Traummann, den sie mit 16 kennengelernt hat. Ein zuckersüßes Töchterchen hat sie, in das man sich sofort verlieben muss. Sie hat so viel Liebe, so viele Meilensteine erreicht. Und ist nur ein Jahr älter als ich.

Sie schafft es, sich täglich Zeit für ihre Gesundheit zu nehmen. Treibt Sport, ernährt sich gesund und meditiert. Sie ist nicht nur wunderschön von außen, sondern leuchtet auch von innen heraus. Sie ist drei Jahre jünger als ich.
Ich freue mich sehr für diese Menschen. Ich gönne ihnen ihr Glück. Aufrichtig und von ganzem Herzen.

Und doch nagt es manchmal an mir. Denn bei mir läuft es irgendwie anders.

Dann höre ich in mich hinein. Eine Stimme sagt zu mir:
Sei dir selbst genug …

 
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