Jugendsünden

Jugendsünden

31. Juli 2020
Als Janine den kleinen Jungen auf Kurt Ards Illustration Als Kalle rückfällig wurde – 1960, Gouache auf Pappe, 55 x 70 cm – beim Rauchen erwischt, versucht sie sich für ihre Kunst-Kolumne In Kunst denken vergebens an ihre Jugendsünden zu erinnern.

 

Da sitzt der kleine Kalle und zündet sich eine Lunte an. Ich glaub’s nicht.

Na, immerhin sagt seine Mimik, dass er sich ertappt fühlt und ein schlechtes Gewissen hat. Hoffentlich.
Also ich habe sowas ja nie gemacht. Niemals.

Naja, an einer Zigarette gezogen vielleicht schon. Aber nicht vor anderen, sondern irgendwo versteckt im Maisfeld oder unter irgendeiner Brücke.

Rückblickend muss ich sagen, ich war eine ziemlich anständige Jugendliche. Zwar nicht auf den Mund gefallen und dickköpfig, aber doch vernünftig und gewissenhaft.
Ich hätte hier gerne viele witzige Jugendsünden notiert. Spontan fallen mir aber nur zwei ein.

Erstens: Ich habe mich schon mit 12 in Chaträumen für 14- bis 16-Jährige herumgetrieben. Alles anonym, aber mutig habe ich mich trotzdem gefühlt.

Zweitens: Ich habe regelmäßig meine Frisur und Haarfarbe gewechselt, ohne auch nur im Traum daran zu denken, meine Eltern zu fragen.

Das war’s aber auch schon. Ich habe nie geklaut, nie randaliert, nie gelogen, bin nie nachts ins Schwimmbad eingebrochen. Wow!
Aber was soll’s. Ich hatte eine tolle, aufregende Jugend. Ohne Schandtaten, aber mit viel Spaß und Abenteuer.

 
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