Ein Hang zum Düsteren

Ein Hang zum Düsteren

28. Oktober 2021 Dieser Morgen ist sehr neblig. Ich mag den Nebel nicht, aber ich mag diese besondere Zeit im Jahr.

Alle Zeichen stehen auf Magie, auf Transformation, auf Dunkelheit und Tiefe. In vielen Kulturen glauben die Menschen, die Schleier zur Welt der Toten und zu übernatürlichen Kräften seien jetzt besonders dünn und die Kontaktaufnahme dorthin einfacher. Feste wie Samhain, Allerseelen und auch Halloween wurden und werden gefeiert.

Ich spüre, dass nun etwas anders ist. Mich beruhigt das. Ich habe schon immer einen Hang zum „Düsteren“. Was für mich ganz normal ist, ist für andere womöglich unheimlich – Fotos von Ahnen, die herunterfallen, wenn man über sie spricht; das Gefühl, jemand stehe hinter dir; Schatten im Augenwinkel. Wenn ich noch mehr erzähle, zeigst du mir den Vogel.

Wahrscheinlich gefallen mir gerade deswegen barocke Stillleben so gut – wie das „Vanitas-Stillleben“ von Pieter Claesz (1630). Es scheint, wie eine Szene aus einem Gruselfilm. Und als gäbe es noch mehr als das Sichtbare.

Für mich ist die Existenz von Magie & Co. ganz klar. Ich finde es ignorant, so zu tun, als gäbe es nur das, was wir mit bloßen Augen oder mit unseren beiden Händen ertasten können. Beinahe schon naiv. Und dir diese Frage überhaupt zu stellen, fühlt sich komisch an, aber:

Glaubst du auch an Übersinnliches?

(Janine)

 
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