Behalt´s für dich

Behalt´s für dich

10. Juni 2021 „Schwätz mir nicht rein!“ – das habe ich mir in den letzten beiden Wochen soooo oft gedacht. Wahrscheinlich bin ich gerade ein bisschen überempfindlich, aber es fühlt sich an, als würden sich Außenstehende plötzlich so benehmen, als seien sie RegisseurInnen meines Films, pardon, meines Lebens.

Schön, dass sich so viele um mich kümmern wollen. Aber nun der Haken: Wo liegt der Unterschied zwischen gut gemeinten Ratschlägen und „gut gemeinten Ratschlägen“?

Ich kann’s dir sagen: In den gewählten Worten, in der Tonlage, in der Gestik. Und darin, dass du sofort merkst, dass der/die andere vollkommen beiseiteschiebt, wer du überhaupt bist und in welcher Lage du dich tatsächlich befindest.

Dieses „Ach, das musst du so und so machen …“ und Co. kommt oftmals so aus der Pistole geschossen, dass nicht einmal mehr Zeit bleibt, sich zu ducken. Und obwohl ich schon oft mit dem Gedanken gespielt habe, „Behalt’s für dich!“ zu sagen, nicke ich meistens einfach ab. Augen zu und durch.

Vielleicht war das nie richtig. Denn: Nein, ich brauch keinen Masterplan. Ich brauch keinen Hund, kein Life-Coaching-Programm, keinen neuen Freund und auch keine x-te Versicherung.

Was ich brauche ist Freiheit, Frieden und ab und zu ein Glas Rotwein.

In diesem Sinne: Prost, auf all die wirklich gut gemeinten Ratschläge! Danke dafür.

(Janine)

 
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