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    Dreckig machen ausdrücklich erwünscht

    Dreckig machen ausdrücklich erwünscht

    Die Jugendlichen in Frommern und Umgebung hätten gerne eine eigene Dirtbikestrecke, um Tricks und Stunts zu üben. Auch Ortsvorsteher Stephan Reuß ist begeistert von der Idee. Aber wenn die Jungs schon die Idee dazu haben, können sie doch auch gleich das gesamte Projekt umsetzen, oder? Wie es dazu gekommen ist und welcher Plan dahinter steckt, hat mich brennend interessiert. Wunderfitz eben!

    Ein Projekt von Jugendlichen für Jugendliche

    Ich bin 22 Jahre alt. Also eigentlich noch blutjung – würde ich mal behaupten. Aber als ich da in der Ortschaftsverwaltung in Frommern sitze und Ortsvorsteher Stephan Reuß vom neuen Jugendprojekt reden höre, fühle ich mich wie 100. Dirtbikestrecke? Ich versteh nur Bahnhof. 

    Man scheint mir meine Verwirrung anzusehen. Reuß lacht mitfühlend. Und beschwichtigt mich: Selbst ihm als Skater sei es am Anfang so gegangen. Ich verstehe trotzdem nichts. Aber fangen wir lieber mal ganz von vorne an. 

    Seinen Lauf genommen hat das Ganze schon bevor Reuß Ortsvorsteher wurde. Die beiden Balinger Streetworker Mike Buck und Nadine Hempke machten eine Umfrage in der Realschule in Frommern. Die zentrale Frage: Was fehlt jungen Menschen in der Region? Die Antwort darauf kam von gleich mehreren Jugendlichen: eine Dirtbikestrecke.

    Zur Erklärung: Dirtbikes sind spezielle Mountainbikes und derzeit der Renner unter den Jugendlichen. Der Sattel ist ziemlich tief, denn die Bike sind als Sportgeräte gedacht. So ein Bike sieht cool aus und ist gut für Sprünge geeignet. Meistens haben die Dirtbikes nur eine Hinterradbremse. Bei bestimmten Tricks kann man dadurch den Lenker komplett drehen. Darum geht es nämlich bei diesem Sport: mit dem Rad möglichst coole Stunts und Sprünge über verschiedene Hindernisse zu machen.

    Es versteht sich von selbst, dass ich für diese Erklärung erst mal gründlich im Internet recherchieren musste.

    Demokratie fängt im Kleinen an

    Nichtsdestotrotz  wünscht sich eine Gruppe Jugendlicher genau für diesen Trendsport das passende Gelände. Die beiden Streetworker berichteten dem neuen Ortsvorsteher bei ihrem ersten Treffen davon. Und der war direkt Fan, aber unter einer Bedingung: Die Jungs sollen das Projekt selber umsetzen, von der Planung über die Sponsorensuche und die Vorstellung beim Ortschaftsrat bis hin zum Bau und der Instandhaltung.

    Damit schlägt der junge Ortsvorsteher gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe: Die Teenies lernen durch das Projekt, wie Kommunalpolitik funktioniert, und sie identifizieren sich mehr mit dem Platz. Sie bauen eine Bindung zu dem Projekt auf und halten die Strecke auch in Zukunft intakt.

    Phillip will Fahrrad fahren wie seine Vorbilder

    Phillip Max fährt seit einem Jahr Dirtbike, erzählt er mir. Ich passe den 13-Jährigen ab, als er gemeinsam mit Streetworker Mike Buck an der Präsentation für den Ortschaftsrat tüftelt. Die beiden sitzen an dem großen alten Eichentisch, an dem das Gremium sonst seine Ortschaftsratssitzungen abhält, und diskutieren über ihre PowerPoint-Folien. Phillips türkisfarbener Fahrradhelm liegt ebenfalls auf der großen Tafel. Ich muss schmunzeln. Tradition trifft auf Dirtbike.

    Phillips Leidenschaft für den Sport begann, als er die beiden Profis Fabio Wibmer und Lukas Knopf bei YouTube entdeckte. Und ich bin schon stolz, dass mir Bibis Beauty Palace und Dagi Bee überhaupt ein Begriff sind, fährt es mir durch den Kopf. Mit den anderen elf Teilnehmern trifft sich Phillip jeden Freitag in der Ortschaftsverwaltung in Frommern und arbeitet an dem Projekt Dirtbikestrecke, erzählt er. Eigentlich wollte er gemeinsam mit einem Kumpel bei dem Projekt mitmachen, aber der ist leider abgesprungen. Macht aber nichts. Er und die anderen Teilnehmer sind inzwischen richtige Freunde geworden. Phillip steht hinter diesem Projekt. Das spürt man, wenn er einem grinsend davon erzählt.

    Die gesamte Gruppe hat Lust darauf. Jeden Freitag, pünktlich um 14 Uhr, stehen sie vor den Türen der Ortschaftsverwaltung, erzählt mir Stephan Reuß. Der Ortsvorsteher ist stolz auf die Jungs. Selten habe er junge Leute erlebt, die sich so aktiv für ein Projekt einsetzen und dann auch noch am Ball bleiben.

    Anfang Juni soll dann auch schon der Bau der Strecke beginnen, und zwar direkt am Sportplatz. Dort haben die Jungs ganze 500 Quadratmeter zur freien Verfügung. Der Termin für die Einweihung steht übrigens schon fest: Es ist der 14. Juli. Und wenn man den Worten des Ortsvorstehers Glauben schenken will, dann wird auch er mit seinem Fahrrad über die neue Dirtbikestrecke brettern. Vielleicht nicht sofort. Erst will er noch ein bisschen üben.

     

     

     

     

     

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