Gemeinsam laut sein

Gemeinsam laut sein

25. November 2021

Immer wieder frage ich mich, wieso mir die Menschen ihr Vertrauen schenken und mir ihre Geschichten erzählen. Jetzt habe ich es wohl kapiert: Es geht darum, gehört zu werden! Nur für die, die gehört werden, kann sich etwas ändern. Und gehört wird nur, wer lauter als die anderen ist.


Inspiriert von einem beeindruckenden jungen Mann, der in unserer Region gerade ganz oben kämpft, um etwas zu verändern, war ich am vergangenen Samstag gefühlt das erste Mal bei einer Demo. Zusammen mit meiner Schwägerin, meiner Nichte und circa 597 anderen habe ich dagegen demonstriert, dass zwei der drei Krankenhäuser im Landkreis Sigmaringen geschlossen werden.


Wir stecken in einer Pandemie und wir hören täglich von überfüllten (Intensiv-)Stationen und dann wollen die gleich zwei Kliniken schließen? Das hört sich für mich nach einem schlechten Drehbuch an. Ich weiß, dahinter steckt noch viel mehr. Ich weiß aber auch, dass es letztlich wieder mal ums Cash geht. Das macht mich wütend.


Eigentlich könnte mir das egal sein, ich wohne da ja nicht mehr. Aber wenn ich mir vorstelle, jemandem mir Wichtiges passiert etwas und er/sie kann nicht rechtzeitig behandelt werden, nur weil das nächste Krankenhaus zu weit entfernt liegt, dann tut das echt weh!


Genau deshalb bin ich zur Demo gegangen. Und es hat sich gut angefühlt, mal laut zu sein.


(Janine)

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