Einen Bekannten beim Sterben begleiten

Einen Bekannten beim Sterben begleiten

Meine aktuelle Sterbebegleitung hat mich ganz zufällig gefunden. Den Patienten kenne ich bereits privat. Ich habe ihm vor Jahren dabei geholfen, ein neues Auto zu finden.

Der Patient ist 67 Jahre alt, hat eine erfolgreiche Therapie des Kehlkopfkrebses hinter sich und kommt ursprünglich aus der Türkei.

Eines Tages kommt eine junge Frau zur Bäckerei, wo meine Frau als Verkäuferin arbeitet. Sie ist die Tochter des Bekannten. Er muss ihr von mir erzählt haben und auch gesagt haben, dass meine Frau bei diesem Bäcker arbeitet. Während des Einkaufs schaut die junge Frau immer wieder auf das Namensschild meiner Frau und spricht sie direkt an. Sie erzählt frei heraus, dass ihr Vater schwer krank sei und an einer Krebserkrankung leidet. Sie bittet meine Frau, mir das mitzuteilen. Als meine Frau zuhause ankommt, erzählt sie mir ganz aufgeregt, dass der Bekannte schwer krank im Sterben liegt.

Geschockt nehme ich mein Handy und rufe den Bekannten an. Seine Ehefrau geht ans Telefon. Ich lasse mir den Stand der Krankheit kurz bestätigen und frage nach seinem aktuellen Zustand, welcher, wie ich erfahre, sehr instabil ist. Ich frage sie, ob ich zeitnah einmal vorbeikommen darf, um den Bekannten zu besuchen. Sie nimmt das Angebot gerne an, womit ich am nächsten Tag bei ihnen vorbeikomme.

Als Sterbebegleiter erleben wir in unseren Einsätzen unterschiedlichste Lebenslagen. Aber wenn es sich um einen Menschen handelt, den man kennt, ist es nochmals eine andere Situation. Normalerweise kommen wir zu den Patienten, die todkrank im Bett liegen. Diese Menschen kennen wir nicht anders. Aber wenn es Personen sind, die wir auch als gesunde Menschen kannten, ist der Sterbeprozess und der damit verbundene körperliche Abbau, mit dem man konfrontiert wird, sehr hart.

Fortsetzung folgt…

(Serkan)

 

 

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