Meine Lieblingsstadt am Bodensee: Meersburg

Meine Lieblingsstadt am Bodensee: Meersburg

Erst kürzlich wurde ich gefragt, welche, meiner Meinung nach, die schönste Stadt am Bodensee sei. Und obwohl ich noch nie explizit darüber nachgedacht habe, kam meine Antwort wie aus der Pistole geschossen: Meersburg.

Bisher habe ich jedes Mal, wenn ich am Bodensee war, dort einen Stopp eingelegt; ich kam einfach nicht drum rum. Und das aber aus gutem Grund. Ein überschaubares Städtchen mit einem bezaubernden Flair, wie ich finde. Wenn ihr also auch mal einen Trip nach Meersburg planen solltet, dann habe ich hier sieben Tipps für einen perfekten Tag in meiner Lieblingsstadt am Bodensee.

 

Für einen guten Start in den Tag

An dem einen oder anderen Sommertag kann auch mal über Meersburg eine Welle von Touristen kommen. Ratsam ist daher nicht erst am Nachmittag, sondern schon morgens einen Abstecher in die Stadt zu machen. Dort kann man beispielweise in dem süßen POP Kaffeeladen frühstücken. Hier könnt ihr schon die malerische Altstadt betrachten und das Erwachen in den kleinen Gassen beobachten.

 

Ein Blick in das Leben einer Dichterin

Neben dem netten Bärenbrunnen und in der Nähe des Mühlenrads der Schlossmühle liegt eine beachtliche Sehenswürdigkeit Meersburgs: das Fürstenhäusle. In dem kleinen Anwesen verbrachte die bekannte deutsche Dichterin Anette von Droste-Hülshoff viele ihrer Tage. Aus dem großen Zimmer des oberen Stockwerks, das sie liebevoll „Schwalbennest“ taufte, hat man einen wunderschönen Blick über die Weinreben hinweg auf den Bodensee. Das Haus ist mit ihren selbstgemachten Bildern in der Kunst des Scherenschnitts geschmückt. Des Weiteren lassen sich viele kleine Schätzle der Dichterin entdecken. So sind zum Beispiel ein paar der dort gefundenen Originalschriften ausgestellt. Der Kinderschaukelstuhl ist ebenfalls ein immer noch erhaltenes Stück aus ihrer Kindheit. Auch sind zwei Haarlocken von Anette Droste-Hülshoff ausgestellt, die ihr ihre Nichte vermutlich am Totenbett abgeschnitten und in Gedenken an sie aufbewahrt hatte.

Bekannte Texte von Anette von Droste-Hülshoff sind „Der Knabe im Moor“, „Das Spiegelbild“ oder „Die Mergelgrube“. Einen Ausschnitt aus einem ihrer berühmtesten Gedichte „Am Turme“ möchte ich mit euch teilen:

 

Wär’ ich ein Jäger auf freier Flur,

Ein Stück nur von einem Soldaten,

Wär’ ich ein Mann doch mindestens nur,

So würde der Himmel mir raten;

Nun muß ich sitzen so fein und klar,

Gleich einem artigen Kinde,

Und darf nur heimlich lösen mein Haar,

Und lassen es flattern im Winde!

 

 

Eine atemberaubende Sicht

Seid ihr auf der Suche nach der besten Aussicht? Habt ihr einmal den Bärenbrunnen gefunden, wo ihr auch nach dem vielen Laufen eure Wasserflaschen auffüllen könnt, geht eine kleine Gasse entlang. Vorbei an der Schlossmühle und der alten Burg Meersburgs. Raus kommt ihr dann auf der Schlossterrasse des Neuen Schlosses. Und der Ausblick über die Weiten des Bodensees ist einfach wunderschön. Dort könnte ich stundenlang stehen und auf das Wasser blicken, ohne zu merken, wie die Zeit vergeht. Durch das Neue Schloss sowie die Burg Meersburg werden ebenfalls Touren angeboten, wer also noch ein bisschen Geschichte mitnehmen möchte, ist hier genau richtig.

 

Einfach mal entspannen

Ein weiteres Highlight ist definitiv die Therme Meersburg. Einfach mal abschalten und entspannen: Das ist der perfekte Ort dafür. Ob Sauna oder das dazugehörige Schwimmbad, mit Blick auf den See vergeht die Zeit wie im Fluge. An die Meersburger Therme schließt auch das Freibad an. Sollte man also mal den Drang verspüren, in den Bodensee zu hüpfen, keine falsche Scheu.

 

Staatsweingut

Läuft man durch die Gassen Meersburgs, fällt ein großes, wunderschönes Gebäude auf: Das Staatsweingut. Wusstet ihr, dass es dieses offiziell schon seit mehr als 800 (!) Jahren gibt und wahrscheinlich noch weitaus länger? Vermutet wird, dass schon die Römer die Anfänge dazu gegeben haben. In dem Gebäude, das im frühen 18. Jahrhundert erbaut wurde, finden regelmäßig Weinproben statt, zu denen man sich anmelden kann. Auch werden Touren durch die gesamte Umgebung angeboten, bei denen die Geschichte des Weins in Meersburg und am Bodensee behandelt wird.

 

Wenn der große Hunger ruft…

… dann gibt es jede Menge schöne Restaurants direkt am See. Mein persönlicher Favorit ist hier die Meersburger Winzerstube. Mit den schönen kleine Holzbänken und den alten Straßenlaternen an der Terrasse habe ich mich direkt in das Ambiente verguckt. Und dann direkt nochmals, nach einem Blick in die Speisekarte. Traditionelle und kulinarische Gerichte werden hier mit viel Liebe und Hingabe zubereitet. Ich selbst bestelle am liebsten die hausgemachten Semmelknödel und mhm … Es war ein Genuss. Getoppt wird das Ganze dann nur noch von dem sehr freundlichen Personal. Also, das kann man nur weiterempfehlen!

 

Das ist ja affengeil

Ebenfalls ein Ausflugstipp, gerade auch für Familien, ist der nahegelegene Affenberg Salem. In dem 20 Hektar großen Wald leben etwa 200 aufgeweckte Berberaffen. Diese sind schon von klein auf an die Menschengruppen gewöhnt und zeigen deshalb keine Scheu. Besonders gerne sitzen sie auf den Zäunen verteilt und beobachten das Treiben der Menschen, von denen sie hin und wieder unerlaubterweise auch etwas zu Essen ergattern können. Auf dem circa 1,5 Kilometer langen Weg durch den Wald findet man immer wieder Informationstafeln zu der vom Aussterben bedrohten Affenart. Und erwischt man einen besonders guten Tag, kann man ebenfalls die Damwildherde des Affenbergs entdecken. Oder man sieht die größte frei fliegende Storchenkolonie im Süddeutschen Raum am Himmel vorbeiziehen. Ein wahres Abenteuer, vor allem für Kinder!

 

Nun, ich hoffe, ich konnte euch von meiner persönliche Lieblingsstadt am Bodensee überzeugen. Vielleicht sehen wir uns ja mal vor Ort… Eure Leonie

 

 

 

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