„Parallel“ – Ein Interview

„Parallel“ – Ein Interview

Als Straßenmusiker angefangen und nun auf dem Weg nach oben: das ist das Duo Parallel. Die zwei sympathischen jungen Männer werden am Samstag auf dem #imländle Event spielen, mit Support von Anna Paulin. Dabei treffen sie hier auf ein neues Publikum, denn in unserer Region spielten sie bisher noch nie. Deshalb hat unsere Praktikantin Leonie ein Interview mit den beiden geführt. Sozusagen als kleiner Vorgeschmack für euch, damit die zwei euch ebenfalls mit ihrem Charakter und ihrer Musik überzeugen können.

 

Als Straßenmusiker angefangen auf dem Weg nach oben: wie fühlt sich das an, mit Menschen zu arbeiten, die auch schon Songs für Johannes Oerding, Max Giesinger, Helene Fischer und noch andere bekannte deutsche Musiker geschrieben und produziert haben?

Vor vier Jahren haben wir Tobias Röger kennengelernt und angefangen, mit ihm zu arbeiten. Daraus hat sich dann ergeben, dass wir uns ziemlich gut verstanden haben, also auch menschlich gesehen. Es hat sich eine sehr gute Freundschaft entwickelt, weil man sich einfach auf einer sympathischen Ebene begegnet ist. Der Tobias ist für uns mittlerweile auch wie ein drittes Bandmitglied. Deswegen denkt man darüber gar nicht mehr so viel nach, dass der mit dem schon gearbeitet hat und der mit dem, …  Es sind einfach coole Menschen.

 

Könnt ihr einmal beschreiben, wie eure Songs entstehen; auf was legt ihr dabei besonderen Wert? Wen oder was wollt ihr durch sie erreichen?

Uns ist es am wichtigsten, während einer Songentstehung in den Moment zu denken. Manchmal haben wir eine musikalische Idee, manchmal eine textliche, eine einzelne Zeile, und dann ist das eine ganz gute Basis, um darauf aufzubauen. Unser Ziel ist es, selbst zu 100 % davon überzeugt zu sein. Denn in erster Linie müssen wir uns damit wohlfühlen. So kommt das Gefühl auch beim Publikum am besten an und ich denke, das ist es, was uns authentisch macht. Wir schreiben nicht gezielt, berechnend für eine Zielgruppe, sondern erstmal für uns selbst. Wir arbeiten solange daran, bis wir den Song selbst absolut feiern. Wir hatten jetzt letztens auch einen Fernsehauftritt, bei dem uns dann auch Ü60-Jährige zugehört haben und unsere Musik toll fanden. Das hat uns dann auch sehr gefreut.

 

Wie seid ihr auf die Deutsch-Italienisch-Türkisch-Kombination in euren Songtexten gekommen? Beispielsweise Hep Beraber, was ja übersetzt so viel bedeutet, wie alle zusammen oder gemeinsam?

Früher waren unsere Songs ja rein deutschsprachig. Eigentlich kamen wir erst im Dezember auf die Idee, unsere Wurzeln – Francescos italienischen, meine türkischen – mit einzubauen. 10 Sekunden war daher der erste Song, den wir in unserer dreisprachigen Idee verwirklichen konnten. Wir dachten, das wäre eine ganz coole Idee, uns selbst auch noch mit einzubringen, uns authentischer zu machen. Hep Beraber ist wiederum so entstanden: wir waren in Schweden in einem Songwritercamp mit anderen Musikern. Und in einer dieser Songwriter-Sessions haben wir ab einem bestimmten Punkt gesagt: „Kommt, auf, alle zusammen“. Und dann stand diese eine Zeile im Raum, woraufhin wir Koray dann gefragt haben: „Hey, das wäre doch cool, was heißt das denn auf Türkisch?“ Und so entstand dieser Song.

 

Was hört ihr in eurer Freizeit eigentlich am liebsten für Musik, habt ihr auch da denselben Geschmack? Wer sind eure musikalischen Vorbilder und wieso?

Puuuh, schwierige Frage. Hast du Zeit? (lacht) Ja, im Allgemeinen haben wir denselben Musikgeschmack, würde ich sagen. Gerade auch diese Motown-Szene mit Stevie Wonder gefällt uns ziemlich gut. Ansonsten wechselt der auch immer wieder. Phasenweise habe ich zum Beispiel viel Jazz gehört, John Mayer, aber auch gerade solche großen Popikonen und Klassiker wie Michael Jackson oder Coldplay fehlen da nicht. Im Deutschen ist Johannes Oerding zum Beispiel einer unserer Lieblingssänger. Diese Menschen machen einfach klasse Musik, der man gerne zuhört.

 

Mal eine ganz andere Frage: Wie würdet ihr den jeweils anderen in drei Worten beschreiben?

Koray: Oh, da brauche ich ein bisschen Zeit … Ich würde Francesco auf jeden Fall als zuverlässig und lebendig beschreiben, also im Sinne von lebensfroh. Noch ein drittes …

Francesco: Koray ist auf jeden Fall sehr zielstrebig, aber auch ausgeglichen, was ganz gut in unserem Duo passt, gerade auch auf der Bühne. Wir ergänzen einander: ich bin energiegeladen, leicht aufgedreht und Koray holt mich da ein bisschen runter und gleicht das wiederum mit seiner Art aus. Mein letztes Wort … wäre auf jeden Fall noch kreativ.

Koray: Oh, dann nehme ich das auch. Ich nehme das, was er auch hat. (So viel zu kreativ 😉 )

 

Haben eure Familien euch schon immer bei dem Wunsch, Musiker zu werden, unterstützt oder gab es da Auseinandersetzungen oder lustige Geschichten?

Koray: Also bei mir gab es dazu gar keine Probleme. Mein Vater ist schon Musiker, ich bin also schon in einer Welt voller Musik aufgewachsen und wurde da bei meinem Ziel auch von Anfang an unterstützt.

Francesco: Bei mir gab es da jedoch schon ein bisschen Gegenwind, da hat mich dann Korays Familie ein bisschen aufgefangen. Mein Papa wollte zum Beispiel, dass ich erstmal eine Ausbildung mache, was ich dann auch getan habe. Hab’ dann aber auch am Tag, an dem ich sie abgeschlossen hatte, gleich auch schon wieder gekündigt. Grundsätzlich habe ich jedoch nun ebenfalls da meine Unterstützung.

 

Könnt ihr in ein paar Sätzen euer Debütalbum Bühnen aus Asphalt beschreiben? Wie bezieht sich der Titel auf eure Entwicklung als Musiker? Habt ihr einen Lieblingssong auf dem Album, den ihr besonders gerne spielt?

Wie der Titel schon andeutet, bezieht sich das Album auf unseren Anfang als Straßenmusiker. Wir hatten eine mega schöne Zeit als Straßenmusiker, es war auch eine unglaubliche Erfahrung für uns. Die Straße ist wie ein Live-Studio, auf der wir auf unserer vierjährigen Reise viel üben und ausprobieren konnten, auch, wie wir mit Publikum interagieren und so. Deswegen waren wir uns auch von Anfang an einig, dass dieses Album dem gewidmet sein soll, und dass unsere Musik auch so klingen, beziehungsweise das ausstrahlen soll. Es muss so klingen, wie von der Straße.

Koray: Deswegen würde ich auch fast schon sagen, dass Bronx von Manhattan mein Lieblingssong auf dem Album ist, weil er irgendwie auch dieses ‚von der Straße‘ wiedergibt und ich mich deswegen sehr gut damit identifizieren kann. Es ist schwer zu beschreiben. Es fühlt sich fast schon so an, als wäre das gar nicht unser Song, sondern als wäre ich nur ein außenstehender Fan.

Francesco: Dem würde ich auch zustimmen. Spontan würde ich aber auch sagen, dass Das kriegen wir schon hin und Einfach mal zuhören zwei meiner Lieblingslieder sind, die, gerade auch auf die aktuell schwierige Situation bezogen, extrem gut passen. Und das, obwohl der erste Song schon vor vier Jahren entstanden ist! Auch diese Songs, wie Noi (italienisch für wir) oder Eine Sprache, diese allgemeinen Wir-Songs, in denen wir von Gemeinschaftsgefühl sprechen, sind uns sehr wichtig. Ich denke, solche Lieder werden wir erst aufhören zu schreiben, wenn es keinen Rassismus und keine Diskriminierung mehr auf der Welt gibt.

 

Wir freuen uns sehr auf unser #imländle Event. Gerade, weil wir auch noch nie in dieser Region gespielt haben und damit auf ein ganz neues Publikum treffen. Deswegen sind wir sehr gespannt auf Balingen und hoffen, dass ihr alle am Start seid!

 

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