Gewalt an Kindern: Der gefährlichste Ort eines Kindes ist das eigene Zuhause

Gewalt an Kindern: Der gefährlichste Ort eines Kindes ist das eigene Zuhause

Täglich erleben Kinder sexuelle Gewalt in diesem Land. Derzeit – da alle angehalten sind, zuhause zu bleiben – sind sie noch gefährdeter. Josefine Barbaric ist Vorstand des Vereins Nein, lass das. Für #imländle schrieb sie einen Appell: Hört und seht genau hin, denn sexuelle Gewalt an Kindern geht uns alle etwas an.

 

 

Mein Name ist Josefine Barbaric und ich bin Referentin und Trainerin für Gewaltprävention

Ich habe mich auf die Präventionsarbeit gegen sexualisierte Gewalt gegen Kinder fokussiert, da dieser Bereich politisch und gesellschaftlich nur sehr stiefmütterlich wahrgenommen und behandelt wird.

Einmal im Jahr, genau genommen im Mai, gibt es eine Bundespressekonferenz zum Thema Gewalt an Kindern in Deutschland

Ich möchte ein wenig vorgreifen, denn die Entwicklungen sind leider mehr als dramatisch. Die Entwicklung im Bereich sexuellen Missbrauchs an Kindern zeigt eine Verschlechterung von elf Prozent und im Bereich Kinderpornografie sogar um 65 Prozent! Nur zum Verständnis: Dies ist die Entwicklung nur eines Jahres und auch nur das Hellfeld – demnach nur die angezeigten Fälle. Man muss davon ausgehen, dass die Zahlen im Dunkelfeld sehr viel drastischer sind. Sexuelle Gewalt findet in über 80 Prozent der Fälle im engsten sozialen und familiären Umfeld statt.

Was bedeutet das in der aktuell sehr angespannten COVID-19-Krise für Kinder?

Es bedeutet, dass Kinder in dieser Zeit ihren möglichen Tätern*innen hilflos ausgeliefert sind. Denn wir sprechen nicht von dem großen Unbekannten, sondern vielmehr von Vätern, Müttern, Großeltern, Tanten, Onkels und Geschwistern. Betroffene Kinder können den sexuellen Missbrauch nicht allein unterbrechen und/oder beenden. Sie sind auf die Hilfe von mutigen und couragierten Erwachsenen angewiesen.

Darum sind wir nun alle gefordert, genau hinzuhören und hinzusehen. Wir sollten mutig sein und wenn es die Situation erfordert, sollten wir uns auch trauen, Hilfe durch die Polizei oder das Hilfetelefon Sexueller Missbrauch zu holen.

 

Unter diesem Link findet ihr eine ausführliche Checkliste:

https://www.gdp.de/gdp/gdp.nsf/id/DE_Diese-Checkliste-kann-beim-Helfen-helfen?open&ccm=000

Unter diesem Link findet ihr Informationen zum Hilfetelefon Sexueller Missbrauch:

https://www.anrufen-hilft.de/

 

Kinderschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung, darum lasst es uns jetzt besser machen!

 

 

 

 

 

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