Wie komme ich in Weihnachtsstimmung? Ein Selbstversuch.

Wie komme ich in Weihnachtsstimmung? Ein Selbstversuch.

Schreib etwas über Weihnachtsstimmung. Diese – scheinbar – einfache Aufgabe haben wir Janine gestellt und sie darum gebeten, ihre Antwort in einem Blogbeitrag festzuhalten. Eigentlich eine einfache Frage – dachten wir zumindest. Keiner, am wenigsten Janine, hatte mit so einer Odysee gerechnet. Doch die hat sich eindeutig gelohnt – wie ihr im Text nachlesen könnt.

Maya und Petra haben mir die eigentlich einfachste Aufgabe der Welt gestellt: Schreibe einen Blogeintrag zum Thema Weihnachten. So ungefähr 800 Wörter. Es darf gern emotional sein, fühl dich einfach frei.

Die geschmückten Schaufenster erschlagen mich schon eine ganze Weile mit ihrem funkelnden Plastik-Lametta und in der Nachbarschaft klettern die hässlich kitschigen Stoffweihnachtsmänner schon die Wände hoch. Hier sitze ich nun und versuche krampfhaft die Weihnachtsstimmung in mir zu erwecken.

Versuchen wir’s mal: Ich zünde eine kleine Kerze an. Der Besinnlichkeit wegen.

Eine Duftkerze selbstverständlich, Sorte Bratapfel. Immerhin ein Anfang. Aber ob Weihnachten nur auf ein kleines Licht reduzierbar ist? Abgesehen davon, zünden mein Freund und ich ständig Duftkerzen an, um es uns gemütlich zu machen. Weihnachtsstimmung also Fehlanzeige.

Versuchen wir’s mit Musik. Die kann ja bekanntlich Wunder wirken.

Also gebe ich mir die volle Dröhnung, vom traditionellen Kling, Glöckchen über das schwere O du Fröhliche bis hin zum Pop-Evergreen Last Christmas. Aber irgendwie fühle ich mich dabei ziemlich dämlich. Und von Weihnachtsstimmung immer noch keine Spur.

Für viele ist an Weihnachten wahrscheinlich das Essen am wichtigsten.

Deftiger Gänsebraten mit allerlei Beilagen und ein Glas guten Wein dazu. Naja, ich glaube, das ist eher eine Wunschvorstellung, die ich mir von irgendwelchen amerikanischen Filmen angeeignet habe. Und mir jetzt für einen einzigen Blogbeitrag, der wahrscheinlich sowieso ein Schuss in den Ofen ist, die Mühe zu machen, kommt mir nun auch nicht in den Sinn. Hunger habe ich trotzdem. Als Alternative bestelle ich mir lieber etwas. Ente Süß-Sauer. Also irgendwie fast Gans. Aber eben auch nicht weihnachtlich.

Dann fällt mir aber ein, was für mich an Weihnachten ganz unersetzlich ist: Der Tannenbaum.

Und wo findet man diesen, wenn nicht im Wald? Und so ein ausgiebiger Spaziergang in der kühlen Dezemberluft ist schließlich auch eine gute Idee, um Schreibblockaden zu lösen. Eine Schreibblockade habe ich offensichtlich nicht. Wohl eher eine Gefühlsblockade, denn die Weihnachtsstimmung will auch nicht inmitten von Tannenbäumen aufkommen.

Weiße Weihnachten wollen wir alle. Denn Schnee und Weihnachten gehören einfach zusammen.

Leider kann man das Wetter immer noch nicht beeinflussen. Auf den Mond fliegen? Können wir. Drohnen bauen, die unsere Pakete verteilen? Können wir. Regenschirme für die Schuhe, Pizza schneidende Scheren und Musik machende Unterwäsche? Können wir auch. Aber eine flächenendeckende Schneemaschine? Können wir scheinbar nicht. Und das obwohl sich so viele Menschen weiße Weihnachten wünschen. Mit Kunstschnee aus der Sprühdose komme ich da auch nicht weit.

Ich bin ja eine, die sich zu Feiertagen besonders hübsch macht.

Gerade an den kalten Tagen sieht ein langärmliges Kleid zu dicken Strumpfhosen bezaubernd aus. Dann darf es auch gerne aus besonderem Stoff, wie Satin, Tüll oder Samt sein, und es kann üppig mit Glitzersteinen oder Perlen geschmückt sein. Jetzt sitze ich hier in meinem smaragdgrünen Samtkleid, habe für diesen Tag scheinbar zu tief in die Schminkkiste gegriffen und rieche so, als wäre ich stundenlang im Parfümregal des Drogeriemarkts festgesteckt. Selbst meine Katze findet den Anblick merkwürdig.

Geschenke – genau das ist’s, was Weihnachten vor allem für die Kleinen ausmacht!

Aber irgendwie ist das seit ich erwachsen bin auch nicht mehr dasselbe. Wenn ich Lust auf neue Sachen habe, dann kaufe ich mir die einfach selbst. Im Zeitalter von Amazon, Ebay und Co ist das ja auch kein großes Ding mehr. Deswegen lass ich diese Idee lieber sofort verstreichen, bevor ich wieder einmal einen Fehlkauf riskiere.

Nicht verzagen, Mister Google fragen.

So lautet zumindest mein Credo, wenn ich mal wieder nicht weiß, wie viele Sekunden ein Jahr hat oder warum der Himmel nun blau ist. Bei der Online-Suchmaschine stoße ich – wer hätte es gedacht – als erstes auf den Wikipedia-Artikel zu Weihnachten. Dort steht im ersten Satz: „Weihnachten, auch Weihnacht, Christfest oder Heiliger Christ genannt, ist das Fest der Geburt Jesu Christi.“ Und nun erinnere ich mich daran. Obwohl man es oftmals nicht mehr bemerkt, ist Weihnachten doch ein religiöses Fest.

Ich bin gläubig. Sehr sogar.

Ich glaube aber nicht nur an das, was ich im Religionsunterricht oder in der einen oder anderen Predigt an einem Sonntagvormittag gelernt habe. Ich glaube vielmehr an das Gute im Menschen. An Werte wie Nächstenliebe, Dankbarkeit, Güte und Hilfsbereitschaft. Um also auf meine kleine rhetorische Frage von vorhin zurückzukommen: Ja, man kann Weihnachten auf ein einziges kleines Licht reduzieren. Und zwar auf das Licht, das in unseren Herzen scheint, das wir aber besonders an Weihnachten spürbar nach außen scheinen lassen. Es liegt an uns, ob das ganze Jahr über eine kleine Brise Weihnachten in der Luft liegt.

Jetzt bin ich übrigens in Weihnachtsstimmung.

 

 

 

 

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