Zwischen den Schichten – der Filsursprung bei Wiesensteig

Unsere Buchautorinnen Martina und Eva waren wieder auf Entdeckungstour und haben einen tollen Ausflugstipp für euch im Gepäck: den Filsursprung bei Wiesensteig.

 

Adresse: Parkplatz Papiermühle, 73349 Wiesensteig

Anfahrt: A 8 Ausfahrt Wiesensteig/Mühlhausen, von Mühlhausen im Täle noch 4 km bis Wiesensteig, in Wiesensteig auf die Helfensteinstraße abbiegen, entlang der Fils bis zum Parkplatz Papiermühle fahren

ÖPNV : Vom ZOB Kirchheim (Teck) Buslinie 170 bis Wiesensteig Postamt oder zum Parkplatz Reußenstein, vom ZOB Göppingen aus mit den RadWanderBus-Linien RW1 und RW2 bis Wiesensteig oder Parkplatz Reußenstein

 

Ein tolles Ausflugsziel – nicht nur im Sommer

Das Tal der jungen Fils bei Wiesensteig ist auch in der kalten Jahreszeit auf jeden Fall einen Besuch wert. Wie ein glitzernder Faden schlängelt sich das Wasser durch die idyllische Aue des Oberen Filstals. Während es dort bald im Frühjahr nach Wiesenblumen und Bärlauch duftet, erfüllt nun eine frische Winterluft das Tal. Zwischen den dichten Weidengebüschen und den Resten der Pestwurzstauden kann man mit etwas Geduld auch im Winter die Wasseramsel beobachten. Überhaupt gibt das Tal nun, da die Pflanzen noch keine Blätter und sich zurückgezogen haben, den Blick immer wieder frei auf das glasklare, malerische Bächle.

Hier gibt es jede Menge Wasserpflanzen zu entdecken

Ein guter Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz „Papiermühle“ bei Wiesensteig. Von dort aus kann man der gluckernden Fils bis zu ihrer Quelle entgegenwandern. Der Weg kann gut mit Kindern gegangen werden und auch mit einem Kinderwagen kommt man gut voran. Als klassische Karstquelle entspringt die Fils im Grenzbereich der Schichten im weißen Jura aus dem Fels. Das Grundwasser trifft hier auf die wasserstauenden Impressamergel und tritt dann im unteren Bereich aus den Klüften der wohlgeschichteten Kalke zu Tage. Das von Tuffsteinen umfasste Quellbecken liegt malerisch in der Talsohle und lädt auch in der kalten Jahreszeit zum Verweilen ein. Im kühlen, klaren Quellwasser fluten, wie es für die Karstbäche der Schwäbischen Alb typisch ist, grüne, dicht ineinander verschlungene Vliese aus Wasserpflanzen. Das schwäbische Brunnenpeterle (Aufrechter Merk), Wasserehrenpreis, Brunnenkresse und Sumpfdotterblume sind hier zu finden.

Wem das nicht genug war …

Die Filsquelle liegt am unteren Ende des Hasentals, einem Trockentalzug der Ur-Fils, welcher über die Pfulb bis zum Randecker Maar bei Bissingen an der Teck reicht. Von hier aus kann man wunderschön weiter zur Schertelshöhle, zur weißen Wand Heimenstein oder zur Ruine Reußenstein wandern.

Beim Spaziergang was lernen

Am Parkplatz bei der alten Papiermühle beginnt übrigens ebenfalls der Wiesensteiger Geopfad, der als rund 8 km langer Rundweg begangen werden kann. Er führt zu verschiedenen geologischen Fenstern und gibt so Einblick in 150 Millionen Jahre Gesteinsgeschichte. Für Geocaching-Fans gibt es auf jeder der 10 Tafeln des Weges eine Rätselfrage – die Lösungen führen zu einem Cache-Versteck.

 

Extratipp: Das Zusammenspiel von Wasser und Stein ist auch ein Thema nur etwa 15 Autominuten von Wiesenstein entfernt, in Neidlingen. Im Ortskern kann man auch im Winter die einzige Kugelmühle Deutschlands besuchen. Für den Kugelmüller ist im Winter, wenn das Wasser dichter und schwerer ist, Hochsaison. Im Bachbett des Seebachs werden in der Mühle durch die Kraft des Albwassers wunderschöne, fein gezeichnete Marmorkugeln kugelrund geschliffen. In der benachbarten kleinen Werkstatt werden die fertigen Kugeln schließlich noch auf Hochglanz poliert.

Als einziger Kugelmüller Deutschlands hat Stefan Metzler die Kugelmühle 2005 in Betrieb genommen und knüpft damit an eine alte, bäuerliche Handwerkstradition an. Mit seiner Mühle bringt er wieder Leben in das fast vergessene Handwerk. Er schenkt Besuchern damit auch einen Blick auf die verborgene Schönheit der Alb und verhilft dem sonst nicht sonderlich beachteten Albmarmor zu einem glanzvollen, nahezu perfekten Auftritt. Eine schöne, runde Sache!

 

Adresse: 73272 Neidlingen, Gießenstraße, Kugelmühle (Mehr Infos unter www.kugelmuehle-neidlingen.de)

Öffnungszeiten: Die Manufaktur der Kugelmühle in Neidlingen ist sonntags und feiertags (außer jeweils am letzten Sonntag des Monats) von 11 bis 17 Uhr für Besucher geöffnet. Die Kugeln können vor Ort auch erworben werden. Eintritt: 2 Euro pro Person.

 

Martina Neher und Eva Grubmiller sind Buchautorinnen. Sie haben gemeinsam das Buch 111 Schätze der Natur auf der Schwäbischen Alb, die man gesehen haben muss geschrieben. Für die Recherchearbeit waren sie auf der Alb unterwegs und haben jeden einzelnen Ausflugstipp selbst erlebt, fotografiert und festgehalten. Lust auf mehr? Das Buch findet ihr hier.

 

 

 

 

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