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    Frauen und Lagerarbeit, geht das?

    #bezahlterbeitrag

     

    Eine junge Frau fährt einen Gabelstapler und holt meterlange Lattenstapel von einem Hochregal, die andere lädt Paletten aus einem LKW. Alltäglich ist der Anblick nicht und überhaupt ist es (noch) selten, zwei junge Mädels bei der Lagerarbeit zu beobachten.

    Kann das gut gehen?

    Auf jeden Fall. Kristina und Saskia machen es vor und bei der Rau GmbH in Balingen eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik.

    Kristina ist im zweiten und Saskia im dritten Lehrjahr. Zu ihrem Daily Business gehört, Waren aus dem LKW zu laden, den Wareneingang zu kontrollieren, das Auszeichnen und Einlagern, die Kommissionierung, Bürotätigkeiten und eben die körperliche Arbeit.

    Als wir die beiden Azubinen an einem Spätsommertag bei Rau besuchen, bin ich geflasht von dem, was sie tun, und vor allem davon, mit welcher Begeisterung sie es tun. Nachdem wir die Damen bei ihrer Arbeit begleitet hatten, setzten wir uns in den Besprechungsraum des Unternehmens und ich löcherte die Ladys mit Fragen.

    Wie kommt man als Frau darauf?

    Saskia ist 21 Jahre alt. Zu ihrer Schulzeit stand die Frage im Raum, was sie später einmal werden wollte. Ihr Dad arbeitete im Lager, daher wusste sie, was hinter dem Job steckt. Auf dem Weg ins Berufskolleg fuhr sie täglich mit dem Zug an der Rau GmbH vorbei und stellte fest: „Was Papa kann, das kann ich auch.“

    Saskia fackelte nicht lange und schrieb eine Initiativ-Bewerbung. Das Glück war auf ihrer Seite: Auch wenn das Unternehmen damals keine freien Ausbildungsplätze hatte, durfte Saskia probearbeiten. Das Mädel überzeugte, und zwar so sehr, dass in jenem Jahr ein Azubi mehr und somit die erste Auszubildende im Lager der Rau GmbH ihre Karriere startete. Im Betrieb selbst gab es von den männlichen Kollegen wenig Gegenwind. Im Gegenteil, die Herren erkannten rasch, dass Saskia anpacken konnte und wollte.

    Was hat eine Frau im Lager verloren?

    Anders sah es im privaten Umfeld aus. Auch wenn Saskias Eltern immer zu hundert Prozent hinter ihrer Tochter standen, gab es andere, die ihre Berufswahl nicht verstehen konnten.

    „Du bist ne Frau, warum machst du das?“ oder „Was hast du im Lager verloren, warum arbeitest du nicht im Büro?“ Mit solchen Fragen wurde Saskia des Öfteren konfrontiert. Als ich die junge Frau bei unserem Treffen danach fragte, sagte sie: „Ich hab einfach keinen Bock, den ganzen Tag am Schreibtisch zu hocken. Ich will am Abend spüren und sehen, was ich geleistet habe. Die Abwechslung und die körperliche Arbeit machen Spaß!“

    Kristina sieht das wie ihre Kollegin. Nach der Fachhochschulreife hatte sie die Wahl: direkt mit einem Studium im Bereich Logistik loslegen oder von der Pike auf in der Praxis lernen. Sie hat sich für Letzteres entschieden. Bei der Probearbeit lernte sie Saskia kennen und fand es super, dass sie nicht die einzige Frau war, die den mutigen Schritt wagte. „Mutig zu sein ist ein gutes Gefühl“, sagt die 21-Jährige und lächelt.

    Es wird viel gelacht, die Atmosphäre bei Rau passt

    Nicht zuletzt wegen des Betriebsklimas und des Teams fühlen sich die Azubi-Ladys mit ihrer Berufswahl am richtigen Platz. „Wenn jemand Hilfe braucht, hilft man“, sagt Kristina. „Da geht’s nicht darum, ob Mann oder Frau. Wir sind ein Team, bei dem jeder dem anderen unter die Arme greift.“ Sie fügt hinzu: „Ich glaub, die Wahl des Betriebs ist besonders wichtig. Wenn die Chefs hinter der Frauenpower stehen, dann ist das die beste Grundvoraussetzung für alles Weitere.“

    Wohin soll die Reise gehen?

    Für Saskia und Kristina ist nach der Ausbildung noch lange nicht Schluss. Saskia will den Meister machen und im Anschluss das Studium in Angriff nehmen. Bei Kristina sieht es ähnlich aus. Studieren und dann die Karriereleiter hochklettern, das ist der Plan. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Frau kann die Innovationsprozesse von Unternehmen mitbegleiten, Abteilungsleiterin werden oder in die Logistikbranche wechseln, um nur einige Wege zu nennen. Jetzt sind die Powerfrauen erst mal bei der Rau GmbH. Wer weiß, bei dem Betriebsklima und den internen Aufstiegsmöglichkeiten vielleicht sogar länger als gedacht. Die Ausbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen bei der Rau GmbH, sind auf jedenfall vielfältig und zukunftsorientiert. Egal ob für Mann oder Frau!

    Was wünscht ihr euch von anderen Frauen?

    „Standard ist langweilig. Es wäre toll, wenn mehr Frauen unseren Weg einschlagen. Manch eine denkt vielleicht, das wäre was für sie, traut sich aber nicht. Ich wünsch mir von den Mädels, dass sie nach ihrem Gefühl handeln und nicht danach, was andere sagen oder von ihnen halten.“ Kristina lacht und ergänzt: „Ich mach, was mir gefällt, großartig, oder?“

    Die macht, was ihr gefällt

    Kristinas letzte Aussage geisterte nach unserem Treffen eine ganze Weile in meinen Gedanken herum. Irgendwie kam mir der Satz bekannt vor und dann kam ich drauf: Da gibt es ein kleines, starkes Mädchen, die kann sogar ein Pferd mit dem kleinen Finger hochlupfen, kennt keine Angst, ist voller Abenteuerlust und macht, was ihr gefällt.

    Wisst ihr, wen ich meine? Ziemlich passend, gell?

     

     

     

     

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