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    Wenn das Hobby zum Beruf wird

    Wenn das Hobby zum Beruf wird

    Nico Willig lebt in Balingen, arbeitet aber als Jugendtrainer beim VfB in Stuttgart. Obwohl die Fahrerei für ihn manchmal anstrengend ist, will er weiterhin in seiner Heimat bleiben – für die Kinder. Wir haben den Fußballfreak für euch interviewt. Ein Gespräch über das Trainersein, die anstehende Weltmeisterschaft und Heimat.

     

    Nico, erzähl mal, wo bist du geboren und aufgewachsen?

    Geboren in Tübingen, aufgewachsen in Heselwangen.

    Dein Herz schlägt für den Fußball. Du bist Trainer, und das sehr erfolgreich. Erinnerst du dich, wie alles angefangen hat? Seit wann bist du als Trainer tätig und welche Stationen hast du durchlaufen?

    Nach dem Abitur war ich mir sicher, dass ich zwar Sport studieren, aber keinesfalls Lehrer werden will. Nach zwei Semestern Studium störte mich der mangelnde Praxisbezug. Also war es ein Leichtes, mich als Trainer für eine Gruppe von 10-Jährigen bei der TSG Balingen zu gewinnen. Das hat gut funktioniert und mega viel Spaß gemacht. So bin ich Jahr für Jahr mit den Jungs eine Altersstufe hoch. Der Aufwand wuchs, der Ehrgeiz auch, aber es ließ sich gut mit dem eigenen Spielerdasein und dem Sportstudium verbinden.

    Als sich das Studium dem Ende zuneigte, öffnete sich urplötzlich die Tür für eine hauptamtliche Stelle im TSG-Jugendbereich. Was will man mehr, als das Hobby zum Beruf zu machen? Dazu noch vor der eigenen Haustür? Ich habe mich dann mit vollem Elan da reingestürzt, und auch hier wieder: Es hat gut funktioniert und ich bin jeden Tag mit Freude arbeiten gegangen. Nach fünf Jahren Jugendchef und einem Jahr Herrentrainer kam es zur unschönen Trennung, die aber im Nachhinein viel Gutes und Lehrreiches hatte.

    Ich habe dann ein Jahr als Personalcoach gearbeitet und mich im Fußball weitergebildet. Im darauffolgenden Sommer hab ich mit der Fußballlehrer-Ausbildung angefangen und bin bei den Stuttgarter Kickers eingestiegen. Anfang 2016 hat mich dann der VfB für seinen Nachwuchsbereich abgeworben. Da bin ich jetzt seit zweieinhalb Jahren. So bin ich mittlerweile seit 15 Jahren als Trainer tätig. Trotzdem ist es immer noch wie am Anfang: Ich bin dankbar, dass ich mein Hobby zum Beruf machen durfte, und gehe jeden Tag sehr gerne zur Arbeit.

    Was macht dieser sportliche Job für dich aus?

    Du hast als Trainer eine Schlüsselfunktion für die Zukunft junger Talente. Du stehst jeden Tag vor einer Herausforderung: Wie mache ich den Spieler heute besser, damit er seinem großen Ziel – dem Profifußball – einen kleinen Schritt näher kommt?

    Wenn du im Laufe einer Saison große Leistungssprünge bei Spielern ausgelöst hast, ist das eine tolle Bestätigung deiner Arbeit. Gleichzeitig ist die Aufgabe aber auch jeden Tag schwierig. Denn durch deine Entscheidungen, wie Kader oder Aufstellungen, lässt du auch Träume von jungen Leuten platzen und fügst ihnen schmerzhafte Erfahrungen zu.

    Was ist dir als Trainer besonders wichtig?

    Für mich gibt es zwei Leitlinien. Erstens: Der Spieler soll mich als seinen Helfer wahrnehmen, der genauso wie er alles in seine Weiterentwicklung investiert und bereit ist, dafür auch Verantwortung zu übernehmen. Zweitens: Ich kritisiere den Spieler mit dem Ziel, ihn damit besser zu machen. Gleichzeitig wertschätze ich diesen jungen Menschen, der für seinen Traum einen enormen Zeitaufwand bringt und auf vieles verzichtet, was Gleichaltrige ausleben können.

    Wann hast du mit dem Fußball begonnen und woran erinnerst du dich am liebsten, wenn du an deine aktive Spielerzeit zurückdenkst?

    Ich glaube, dass ich mit fünf Jahren beim SV Heselwangen angefangen habe. Es gibt über die 25 Jahre Spielerzeit zahlreiche schöne und auch ein paar weniger schöne Erinnerungen.

    Einzigartig für mich ist aber die Mannschaftskabine: gemeinsam lachen, frustriert sein, feiern, singen. Es entsteht so plötzlich eine Dynamik und ein Gemeinschaftsgefühl auf diesem engen Raum, das habe ich sonst nirgendwo mehr erlebt und das gibt es nur als Spieler.

    Wer wird deiner Meinung nach Weltmeister 2018?

    Ich tippe auf Frankreich. Die haben eine gute Mischung aus Dynamik, individueller Klasse und taktischer Disziplin.

    Zurück zu dir. Das Trainersein ist ja fast schon ein Hobby, das du zum Beruf gemacht hast. Wie verbringst du stattdessen deine Freizeit?

    Natürlich so viel wie nur möglich zu Hause mit meiner Frau und meinen zwei kleinen Kindern. Und wenn ich mal Zeit für mich habe, dann gehe ich gerne laufen oder radeln.

    Du pendelst regelmäßig nach Stuttgart. Hast du schon mal über einen Umzug nachgedacht? Und wenn nicht, warum magst du hierbleiben?

    Pendeln kann durchaus nervig sein. Aber meine Kids in einer Stadt mit horrenden Mietpreisen auf engstem Raum und bei schlechter Luft aufwachsen zu lassen ist für mich keine schöne Vorstellung. Dann lieber pendeln und wissen, dass die Kids im Moment wohlbehütet im Garten oder auf der Straße spielen und an freien Tagen die Natur, die Ruhe und die gute Luft der Region genießen.

    Was macht Heimat für dich aus?

    Bekannte Orte, langjährige soziale Bindungen, Zeit für Gespräche, wenig Lärm und Hektik. Das gibt mir das Gefühl, zur Ruhe zu kommen und den Akku aufladen zu können.

    Verrätst du uns deinen Lieblingsplatz #imländle?

    Auf meinem Fahrradsattel, wenn ich hier irgendwo einen Berg hoch- oder runterfahre.

     

     

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