Bleib in Verbindung

    Wohnzimmerkonzerte, Steine werfen und Asche säen

    Wohnzimmerkonzerte, Steine werfen und Asche säen

    Tobias Conzelmann lebt in Meßstetten. Sein Herz schlägt, seit er denken kann, für die Musik. Wir haben den Musiker für euch interviewt. Erfahrt mehr über Schlagzeugattacken, Wohnzimmerkonzerte und sein neues Album „Steine werfen, Asche säen“.

     

    Tobias, wo kommsch her, wo bist du groß geworden und was bedeutet Heimat für dich?

    Heimat, das bedeutet für mich ganz klar die Alb rund um Albstadt. Ich komm aus Bitz und lebe inzwischen viele Jahre in Meßstetten. Schule, Freunde, Feiern, die ersten Auftritte, meine ganze Jugend spielte sich hauptsächlich in Albstadt ab. Da fühle ich mich schon sehr verbunden. Besonders liebe ich die wunderschöne Natur bei uns mit vielen Bergen und Tälern, tollen Ausblicken, schönen Wäldern.

    Was bedeutet Kindheit für dich und woran erinnerst du dich bei deiner eigenen am liebsten?

    Als Kind hab ich aufgrund meines extremen Bewegungsdrangs glaub alle ganz schön auf Trab gehalten. Kindheit bei mir also: Action, Sport, Spielen, Unbeschwertheit und am liebsten nicht ins Bett müssen. Meine Eltern waren an den Wochenenden immer viel draußen mit meinem Bruder und mir. Wandern, Bootle fahren, abends lecker essen gehen und so. Daran erinnere ich mich gern. Und seit ich ein kleiner Bub war, habe ich alles aufgesogen, was mit Musik zu tun hatte. Das wurde immer schon von meinen Eltern gefördert.

    Du hast schon ziemlich früh angefangen, Musik zu machen, gell? Wie und womit ging es los?

    Meine Mama berichtet von ersten Schlagzeugattacken auf Kochtöpfe mit 2 bis 3 Jahren. Schon als kleines Kind konnte ich ewig am Radio sitzen und mit offenem Mund zuhören. Im krassen Gegensatz zu meiner ansonsten grenzenlosen Unruhe. Meine Kindheitshelden und musikalisch prägenden Einflüsse waren die Schallplatten meiner Eltern aus den 60ern und 70ern sowie die Musik der 80er und 90er im Radio. Ich spielte ab sechs Jahren Schlagzeug in der Musikkapelle und bekam Unterricht bei Jörg Bach in Tailfingen. Dann ab ca. 10 autodidaktisch Gitarre und Klavier, später Gesang und weitere Instrumente. Als Jugendlicher war ich Drummer in verschiedenen Rockbands. Und seit rund 15 Jahren bin ich als Sänger und Gitarrist solo und mit verschiedenen Musikern unterwegs.

    Was bedeutet für dich Musik in deinem Leben?

    Ganz klar: Gib mir eine Gitarre und eine Bühne und ich bin zu Hause. Zu spielen und zu singen erfüllt mich mit Energie, Freude, Zufriedenheit. Mit anderen diese Momente zu teilen und ihnen etwas vorzusingen ist einfach das, was ich möglichst oft erleben will.

    Musik zu hören ist Teil meines Lebens und ermöglicht mir das Ausleben vieler verschiedener Stimmungslagen. Es inspiriert natürlich auch, anderen zuzuhören. Aber selber Musik zu machen ist das Beste und Schönste für mich.

     Jetzt hast du dein neues Album rausgebracht. Welche Art von Musik erwartet die Hörer?

    Ich sage dir erst mal, was sie nicht erwartet: platte elektrogeschwängerte Retortenmusik aus der Dose, wie sie derzeit leider rauf und runter läuft.

    Steine werfen, Asche säen ist mein drittes Album, und es ist das bisher umfangreichste. Da sind ausschließlich echte Instrumente und kein Elektrogedöns, da sind durchdachte Harmonien und Arrangements, da sind Texte mit Sinn und Inhalt. Wir haben oft gedacht im Studio: Man könnte das jetzt so und so machen, dann klingt’s wie Max, Mark, Vincent und wie sie alle heißen. Oder wir machen es einfach anders und auf unsere Art. So klingt das Album nur wenig wie der aktuell gängige Sound, dafür aber eher zeitlos, echt, authentisch und dennoch aktuell.

    Du singst viele deutsche Lieder und auch deine selbstgeschriebenen Songs sind in deiner Muttersprache verfasst. Warum? Was fasziniert dich daran?

    Dass es jeder versteht! Und es fordert mich heraus, dass es kein Schlager und kein leeres Blabla wird. Auf englisch schreibe ich dir in wenigen Minuten einen völlig sinnfreien Text, der aber schnell in Musik integrierbar sein wird und den du mitsingst. Deutsch ist da schon schwieriger. Ich liebe unsere Sprache, ihre Feinheiten und die Möglichkeiten, sie mal ganz roh, mal ganz poetisch, mal absurd, dann wieder ganz alltagstauglich zu verwenden.

    Du bist viel auf Facebook aktiv, teilst Videos und lässt deine Fans an deinem Schaffen als Musiker teilhaben, probst, nimmst neue Alben auf und spielst live. Wie kann man sich den Alltag eines Musikers vorstellen? Ist ja ein bisschen mehr als Hobby und weniger als ein Vollzeitjob.

    Na ja, neben dem angesprochenen PR-Kram mit Social Media, Pressearbeit etc. sind es natürlich viele Auftrittsanfragen und Booking-Gedöns, Verträge, Rechnungen, Bandmeetings, Proben, Materialpflege und ganz viel sonstiges Zwischenmenschliches, was da so abläuft. Ich mache das abends nach der Arbeit, mal nachts, mal zwischendrin in der Pause, wann halt Zeit ist. Also ja: ein Job und doch auch etwas, das ich dann halt anstatt Sportverein oder Kneipe für mich als Freizeit mache. Songs schreiben und ausarbeiten geht oft gut, wenn drum rum alles ruhig ist – also wenn die anderen alle schlafen.

    Dann natürlich noch die Auftritte und damit verbunden Einladen, Ausladen, Aufbauen, Abbauen, CDs verkaufen, Smalltalk, lange Autofahrten. Sagen wir mal so: Ich bin ein Ein-Mann-Unternehmen und hier als geschäftsführende Hausmeister-Verkäufer-Vertreter-Putzkraft am Start.

    Wo und wann kann man dich live erleben?

    Ich spiele auf vielen privaten Events wie Trauungen, Firmenevents oder Empfänge, immer wieder aber auch in Bars, Kirchen oder – ganz puristisch – auf der Straße. Alle meine Auftritte findet ihr unter tobias-conzelmann.de

    Stichwort „Wohnzimmerkonzert“ – erzähl mal, was hat es damit auf sich?

    Stell dir vor, du und einige enge Freunde oder Familienmitglieder sitzt im Garten oder auf der Couch im Wohnzimmer und bekommt hautnah ein privates Minikonzert mit euren Lieblingsliedern! Ganz pur, ganz intim. Finde ich eine ganz tolle und besondere Idee als Highlight beim Geburtstag, als Überraschung oder einfach so als Musikliebhaber. Live-Musik zu Hause.

    Wie hast du das letzte Wohnzimmerkonzert erlebt?

    Gemeinsam mit ihrem Partner habe ich eine junge Frau, die ein großer Fan meiner Musik ist, zu ihrem Geburtstag überrascht. Es war schön zu sehen, wie sie sich gefreut hat und wie bewegend es für sie war, eines meiner Lieder – ihr Lieblingsstück von mir – ganz hautnah zu erleben. Es ist für mich immer mega emotional und daher auch anstrengend, weil man so gar keinen Abstand zum Publikum hat. Aber gerade deshalb war’s auch dieses Mal wieder total besonders!

    Zu guter Letzt an dieser Stelle Bühne frei für deine besten Wünsche. Wem wolltest du schon immer mal Danke sagen und auf diesem Wege ein nettes Grüßle hinterlassen?

    Nachdem ich in den vergangenen Wochen durch unsere gemeinsamen Aktionen einen Einblick in eure Arbeit bekommen durfte, erst mal ein ganz großes Dankeschön ans #imländle-Team um Petra für die gute Zeit und die coolen Events – und viel Erfolg weiterhin! Grüße an alle, die das hier lesen, und herzliche Einladung zu einem der nächsten Konzerte!

     

     

     

     

    Comments Off

    You may also Like

    Werde einmal pro Woche über die neusten Beiträge informiert

    Deine Daten

    Abonnierst du unsere Blognews, wird deine E-Mailadresse auf unserem Server auschließlich zur Versendung der automatisierten Info über neue Blogbeiträge gespeichert. Ignorierst du die Bestätigungsmail, werden deinen Daten innerhalb von 72 Stunden gelöscht.

    Bei Instagram gibt´s für dich den Blick hinter die Kulissen

    Something is wrong.
    Instagram token error.

    Lust auf mehr Video? Abonniere unseren Youtube Kanal

    ×