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    Reiner, ein närrischer Gruoler

    #imländle tobt die Fasnet! Wir haben für euch mit Reiner vom Narrenverein Gruol gesprochen. Er verrät im Interview, wie er närrisch geworden ist, welche Tradition hinter dem Verein steckt und worauf wir uns – vor allem beim Rosenmontagsumzug – in Gruol freuen können.

     

    Reiner, warum denkst du, dass andere denken, der Reiner ist närrisch?

    Weil ich schon von klein auf immer bei der Fasnet mit dabei war. Außerdem hat mich die Leidenschaft für die örtliche Fasnet gepackt. Ich bin gerne beim traditionellen Sammeln am Auseliga Dauschdeg, bin früher gerne in der Bütt oder bei Sketchen am Fasnetsball aufgetreten und organisiere gerne unseres Umzuges am Fasnetsmedeg.

    Seit wann bist du im Narrenverein Gruol aktiv und welches Häs der Vereinsfamilie trägst du?

    Ich bin seit der Gründung im Jahr 1992 aktives Mitglied im Narrenverein. Zwischen 1998 und 2015 war ich im Ausschuss tätig. In dieser Zeit war ich unter anderem 2. Vorstand und acht Jahre lang 1. Vorstand des Vereins.

    Momentan trage ich das Häs des Haierle, ich hab aber auch noch einen Feger zu Hause.

    Wer gehört noch zu eurer Familie?

    Zur Vereinsfamilie gehören neben den Franzabutz, zu denen der Haierle, der Sales, der Friedle und der Schloapfer zählen, der Feger, die Walpurga-Hexe, das Komitee, die Garde und die Schdonza-Bätscher.

    Welche Geschichte steckt hinter dem Feger?

    Die original Feger-Maske ist, wie die anderen Masken der Franzabutz, auf älter als 140 Jahre datiert worden. Die ursprüngliche Maske war im Gegensatz zu den anderen vier Masken eher grob geschnitzt. Sie war vermutlich ein Erstlingswerk, bei dem mit recht primitiven Schnitz-Werkzeugen versucht wurde, eine Ähnlichkeit zu den existierenden Masken zu schaffen.

    Auch wurde zu dieser Maske nicht mehr das ursprüngliche Fransenhäs getragen, sondern man griff zur damaligen Zeit zu schnell und einfach verfügbaren Sachen, sprich ältere abgetragene Kleidungsstücke, die etwas fasnetsmäßig modifiziert wurden. Daraus entstand unser Feger: eine Figur mit einer einfachen dunklen Hose mit roten Streifen und Aufschlägen sowie einem einfach gebundenen Mantel mit rautenförmig aufgenähten Zickzack-Litzen und roten Manschetten.

    Das farblich aufs Häs abgestimmte Larventuch und zwei Fuchsschwänze vervollständigen die Figur. Er ist keine Hexe und auch kein Geist, sondern eine Gestalt, ausgerüstet mit einem Rutenbesen, der am Schluss der Gruppe die Aufgabe hat, die Fasnet in die Straßen und Leute eines jeden Dorfs zu fegen, damit unser Brauchtum, die Fasnet, niemals in Vergessenheit gerät.

    Für Musik und Tanz sorgen die Schdonza-Bätscher und die Tanzgarde. Wie viele Proben stecken dahinter?

    Unsere Schdonza-Bätscher proben ab November einmal pro Woche. Die Gardemädels proben, je nachdem ob sie bei der Bambinigarde, bei der Minigarde oder bei der großen Garde tanzen, spätestens ab Mai einmal pro Woche.

    Kann jeder bei eurem Verein mitmachen oder muss man bestimmte Voraussetzungen erfüllen – speziell bei den Häs-Trägern?

    Wir freuen uns über jedes neues Vereinsmitglied und über jeden, der bei uns mitlaufen möchte. Bevor man endgültig als Maskenträger aufgenommen wird, muss man  mindestens eine Saison zur Probe mitlaufen. So kann man am besten feststellen, ob jemand zum Narrenverein passt und ob es demjenigen bei uns gefällt.

    Am Rosenmontag ist ein großer Umzug bei euch in Gruol. Erzähl mal: Was ist geboten und warum lohnt sich der Besuch?

    Mit dem Umzug am Fasnetsmedeg legen wir besonderen Wert auf die Erhaltung unserer Fleggafasnet. Mittlerweile ist unserer einer der größten Fleggafasnetsumzüge im Zollernalbkreis. Er zeichnet sich hauptsächlich dadurch aus, dass wir überwiegend private Gruppen bei uns begrüßen dürfen. Von den 60 bis 70 Gruppen sind im Durchschnitt höchstens 10 Narrenvereine dabei, der Rest sind alles private Gruppen, Kameradschaften und sonstige Vereine aus Gruol und der näheren und weiteren Umgebung. Genau diese Gruppen machen den besonderen Charme des Umzugs aus. Somit dürfen sich unsere Zuschauer jedes Jahr aufs Neue auf witzige Kostüme, Mottos und Fasnetswagen freuen.

    Bei Interesse können sich die Gruppen bei uns über die Website oder per Telefon bis zum Abend des Fasnetssonntags anmelden.

    Nicht alltäglich ist, dass die Gruppen bei uns, egal ob Narrenverein oder private Gruppe, erst bei der Aufstellung ihre Startnummer erfahren. Nach dem Umzug erhalten die privaten Umzugsgruppen als Dankeschön für ihren Einsatz ein kleines Startgeld.

    Damit sich alle Besucher bei uns in Gruol wohlfühlen, haben viele Besenwirtschaften, alte Wirtschaften, Verpflegungsstände, ein Barzelt und unser Saalbau geöffnet.

    Gibt’s heuer neben dem Umzug noch andere Highlights, auf die wir uns #imländle freuen können?

    Wir veranstalten jedes Jahr im Wechsel einen Hexenball und einen Showtanzwettbewerb. Da diese Fasnetssaison sehr kurz ist, legen wir heuer ausnahmsweise eine Pause ein. Am Auseliga Dauschdeg feiern wir im Saalbau immer eine Kinderfasnet, bei der sich das Orga-Team was Besonderes für die kleinen Gäste ausdenkt. Abends laden die Wirtschaften und Besenwirtschaften zum Hexenspringen im ganzen Ort ein. Außerhalb der Fasnet führt unsere Theatergruppe alle paar Jahre ein Theaterstück im Löwensaal auf.

    Und nun zurück zu dir. Warum bist du närrisch und kannst die Fasnet kaum erwarten?

    Wir durften als Kinder immer zu den Umzügen in der Umgebung mitgehen und die Tradition miterleben. Als kleiner Bub ging ich zum Kinderumzug und zur Kinderfasnet nach Weildorf. Da meine Großeltern und vor allen Dingen mein Vater sehr aktiv in der Fasnet waren, wurde uns das quasi in die Wiege gelegt. Ich freue mich jedes Mal aufs Neue auf die Fasnet, da man einfach die Tradition leben kann. Für mich ist neben unserem Fasnetsumzug am Fasnetsmedeg vor allen Dingen unser traditionelles Sammeln am Auseliga Dauschdeg ein Highlight. An diesem Tag ziehen wir in einer Gruppe von ca. 20 Personen im Lumpenhäs den ganzen Tag von Haus zu Haus und sammeln Geld für die örtliche Fasnet. Früher wurde neben Geld hauptsächlich Getreide und Eier gesammelt und an den örtlichen Bäcker und an die Getreidemühle in Heiligenzimmern verkauft.

    Was macht dir an der 5. Jahreszeit am meisten Spaß?

    Eigentlich gefällt mir an der 5. Jahreszeit vor allen Dingen die (im Normalfall) fröhliche und ausgelassene Stimmung. Es ist auch immer wieder schön, Bekannte zu treffen, die man sonst das ganze Jahr nicht sieht, und mit ihnen Fasnet zu feiern. Außerdem macht es Spaß, einfach die Fasnetstradition in all ihren unterschiedlichen Formen zu leben und zu pflegen.

    Jetzt ist noch Platz für närrische Grüßle. Wem magst du auf diesem Wege ein kleines Dankeschön sagen?

    Das ist eine  sehr schwierige Frage. Beim wem soll ich anfangen und bei wem aufhören? Bei so was besteht immer die Gefahr, dass man jemanden vergisst. Ich grüße natürlich meine Frau und meine Kinder sowie meine ganze Familie und alle Narren in unserem Verein.

    Ein großes Danke an meine Frau und meine Familie! Sie halten mir während der Fasnet immer den Rücken frei, müssen in dieser Zeit oft auf mich verzichten und unterstützen mich großartig!

     

     

     

     

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