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    Wie entsteht ein Kinderlied? Ein Interview mit einem Songwriter

    Dieses Adventskalender-Türchen wird euch vom Opel Autoteam Balingen präsentiert.  Wir freuen uns riesig, dass das Unternehmen mit seinem Sponsoring die Kreativität in unserer Region unterstützt. Den Video-Weihnachtsgruß findet ihr am Ende des Beitrags.

     

     

    Markus Sosnowski lebt und arbeitet in Reutlingen. Er ist Lehrer und freier Journalist und arbeitet zudem bei der Diakonie Württemberg. Seine große Leidenschaft ist die Musik und das Komponieren von Kinderliedern. Lernt den sympathischen Songwriter kennen und freut euch über ein wundervolles Kinderlied. Viel Spaß mit dem Interview und dem Song „Lea, das kleine Gespenst“.

    Welche drei Kinderbücher sollten wir unseren Kindern unbedingt vorlesen?

    Die Frage lässt sich so pauschal nicht beantworten, das hängt meiner Meinung nach vom Alter des Kindes ab. Ein wundervolles Buch für Groß und Klein ist jedoch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Meine Tochter (2) fährt außerdem sehr auf die kleinen Pixi-Bücher ab. Ich selbst habe als Kind sehr gern die Geschichten von Otfried Preußler gelesen. Der Räuber Hotzenplotz war für mich immer Schrecken und Faszination zugleich.

    Du lebst und arbeitest in Reutlingen. Was schätzt du an deiner Heimatstadt besonders und welches Gefühl überkommt dich, wenn du in den ländlichen Regionen jenseits der City unterwegs bist?

    Ich fühle mich einfach wohl in Reutlingen. Wenn’s mal ein bisschen größer sein darf, ist Stuttgart nicht weit weg und die Schwäbische Alb ist auch nur einen Steinwurf entfernt. Ich bin durch meine Familie, Freunde, meine Arbeit und natürlich auch durch meine Musik in Reutlingen tief verwurzelt. Mich hat es nie wirklich weggezogen aus dieser Stadt. Ich denke, die Stadt ist bei weitem nicht so übel wie der Ruf, der ihr oft vorauseilt. Reutlingen ist für mich eine Großstadt, die immer noch überschaubar ist und einen familiären Charakter hat.

    Du bist Lehrer an einer Reutlinger Hauptschule, Freelancer bei regionalen Zeitungen und arbeitest zudem als Honorarmitarbeiter bei der Diakonie Württemberg. Das ist ganz schön viel. Wie kam es dazu und was ist deine Aufgabe bei der Diakonie?

    Ich habe nach meinem Abitur meine Fühler weit ausgestreckt und mich, neben meinem Lehramtsstudium, als Journalist ausprobiert. Vom Print über den Online-Journalismus bis hin zum Fernsehen habe ich eigentlich alles mal ausprobiert. Durch den Journalismus habe ich nicht nur sehr viel gelernt, sondern auch mein Studium finanziert und viele Kontakte geknüpft. Bei der Diakonie begleite ich seit fünf Jahren – immer in den Herbstferien – ein Seminar für junge Menschen, die ihren Freiwilligendienst verlängert haben, zum Thema Medienkompetenz in Köln. Der Kontakt zur Diakonie ist dabei durch meine langjährige journalistische Tätigkeit zustande gekommen.

    Du selbst bist Vater, hast eine Familie. Was hat sich für dich seit der Geburt deiner Tochter in deinem Leben geändert?

    So einiges. In den ersten Monaten drehte sich zunächst einmal (fast) alles ums Kind. Vor allem hatten meine Frau und ich plötzlich viel weniger Zeit für uns. Diese Umstellung ist mir anfangs nicht leicht gefallen. Alle meine Projekte lagen plötzlich auf Eis oder zögerten sich sehr lange hinaus. Wenn man einen Kopf voller Ideen hat, aber die Zeit fehlt, sie in die Tat umzusetzen, kann das schon eine echte Qual sein. Mittlerweile hat sich das alles aber sehr gut eingespielt bei uns dreien und ich genieße vor allem die Zeit mit unserem kleinen Sonnenschein.

    Was sollten wir deiner Meinung nach unseren Kindern jenseits des Lehrstoffs beibringen? Welche Werte sind in der heutigen Gesellschaft besonders wichtig?

    Die Frage lässt sich in einem Satz eigentlich gar nicht beantworten. Ich denke, es ist wichtig, Dinge kritisch zu hinterfragen, sich selbst zu informieren und sich so eine eigene Meinung zu bilden. Ein gesundes Selbstbewusstsein und Zielstrebigkeit sind sicher auch nicht von Nachteil, um in der Schule oder im späteren Berufsleben voranzukommen. Gerade bei der Schnelllebigkeit unserer Zeit und dem Druck, der auf vielen von uns lastet, würde dem einen oder anderen etwas mehr Gelassenheit im Alltag auch guttun. Bescheidenheit halte ich außerdem für einen wichtigen Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Wir sind heutzutage sehr vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt, die versuchen, immer wieder neue Bedürfnisse in uns zu wecken. Ich halte es dagegen für wichtig, dass man sich von Zeit zu Zeit bewusst macht, was man erreicht hat, und sich mit dem Erreichten auch zufrieden gibt. Auch Werte wie Mitgefühl und Hilfsbereitschaft kommen in der heutigen Zeit oftmals zu kurz. Ein schlauer Mann hat einmal gesagt: „Was du nicht willst, dass man dir antut, das tue auch keinem anderen an.“ Würden wir alle nach diesem Grundsatz leben, ginge es der Welt schon ein ganzes Stück besser. Das Kostbarste, was wir Eltern unseren Kindern jedoch mitgeben können, ist allerdings unsere Liebe und vor allem Zeit, die wir mit ihnen verbringen.

    Neben deiner Arbeit und deiner Familie bist du Musiker. Vor einiger Zeit hast du angefangen, Kinderlieder zu schreiben. Wie kam es dazu?

    Im Oktober 2015 ist meine Tochter Lea auf die Welt gekommen. Ich wollte meiner Tochter zu ihrer Geburt ein ganz besonderes Geschenk machen, etwas Persönliches, das sie immer an mich erinnert. So ist mein erstes Kinderlied „Wenn der Mann im Mond das Licht ausknipst“ entstanden.

    Was fasziniert dich daran, Kinderlieder zu schreiben, und wo liegt der Unterschied zum „klassischen Songwriting“?

    Ich habe mich erstmals durch die Geburt meiner Tochter wieder selbst mit Kinderliedern befasst und war zum Teil schockiert, wie viel Mist den Kleinen auf YouTube und Co. zugemutet wird. Für mich besteht die Herausforderung bei Kinderliedern daher darin, auch den Kleinen einen gewissen musikalischen Anspruch zu vermitteln. Der größte Unterschied zum klassischen Songwriting liegt für mich darin, dass ich versuche, meine Melodien, Texte und Arrangements möglichst einfach und anschaulich zu halten, um Kleinkinder nicht zu überfordern. Um ehrlich zu sein, denke ich beim Komponieren aber auch gar nicht so sehr über das nach, was ich mache. Bei mir geschieht ganz viel durch Gefühl und Intuition, das lässt sich schwer in Worte fassen.

     

    Vielen Dank für das tolle Interview, lieber Markus.

     

     

     

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